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Philosophie

Es gibt zwei Grundaussagen, die mir wie von einem anderen Wissen zugetragen worden waren und die seither zu meiner Orientierung gehören:

–        „Die Lösung liegt in der Einfachheit.“ und

–        „Wir müssen uns mit Hybrid auseinandersetzen bzw. beschäftigen.“

 

Einfachheit

Die erste Aussage „Die Lösung liegt in der Einfachheit“  erhielt ich in meiner Studentenzeit dreimal während der morgendlichen Aufwachphase. Mir schien, dass ich noch im Schlaf ganz klar begriffen hatte, wie die Einfachheit genau aussähe; nur leider geriet es beim Aufwachen gleich wieder in Vergessenheit. Ich wusste nur noch, dass alles auf 2 bis 3 gemeinsamen Nennern basierte. Mein Leben  empfand ich in der Zeit, offen gesagt, alles andere als einfach! Und dennoch fühlte es sich wie ein Wissen an, dass es eine Lösung in der Einfachheit geben muss. Es galt nur noch sie zu erkennen.

Einen ersten Hauch von Bestätigung erhielt ich, bei einer meiner Examensarbeiten. Der Professor schien mir bei den Vorlesungen manchmal schier an uns zu verzweifeln, weil wir einfach nicht begreifen wollten, so sehr er sich auch um abwechslungsreiche Erklärungen bemühte. Eine Arbeit viel sogar schlecht aus, obwohl er uns zuvor versehentlich dieselbe Arbeit als Übungsarbeit gegeben hatte und wir sie besprochen hatten! Plötzlich verstand ich, dass alles auf drei ganz einfachen Grundaussagen basierte, die sich in jedem Beispiel wiederholten. Sie wurden nur noch pro Fall individuell ausgeschmückt. Bei der Examensarbeit dann beschränkte ich meine Lösung auf simple 6 Seiten, während die anderen von mir Befragten mindestens das Dreifache geschrieben hatten! Meine Güte hatte ich gebibbert, bis die Noten endlich raus kamen! Entweder hatte ich die Arbeit völlig vermasselt oder ich hatte einen absoluten Volltreffer gelandet. Am Ende fiel mir ein Stein vom Herzen, denn es war ein Volltreffer. Wir Studenten standen uns selbst mit unserer eigenen kognitiven Orientiertheit im Weg. Wir hatten das Einfache selbst verkompliziert. In dem Fall galt es jedoch Mut zur Einfachheit zu haben. (Anmerkung: Ist es übrigens nicht interessant, dass wir uns sogar Anleitungen wie „Simplify your life“ kaufen?)

Dennoch dauerte es noch lange, bis ich das Gefühl hatte, ein Stück weit begriffen zu haben, worin eine solche Einfachheit liegen könnte. Es bedeutet für mich nicht unbedingt, dass das Leben als solches zwangsläufig einfach ist.  Aber der Weg zur Lösung und die eigene Einstellung dazu liegen in der Einfachheit und das macht das Leben selbst wiederum leicht und fließend. Die Einfachheit liegt im Loslassen von den eigenen Gedanken, der Ratio und Vernunft, dem Gedankenkarussell. Vielmehr gilt es inne zu halten, dem Innen zu lauschen und Vertrauen in das, was wir dort wahrnehmen, zu haben. Es ist das Loslassen, was uns schwer fällt, denn wir könnten ja fallen und hart aufkommen. Was es bedarf ist Vertrauen. Ein Vertrauen an ein Ganzes, dem wir angehören, das uns hält und führt. Aus unserem Inneren können ungeahnte Ressourcen frei gesetzt werden, die uns in die volle Kraft bringen.

Eine eigene Kraft, die uns halten kann und uns andere und damit unsere Gesamtheit halten lässt. Wenn dies jeder so täte … welch sensationelles Erlebnis! Denn im offenen Zulassen unseres wahrhaftigen (nicht  fehlgeleiteten!) Impulses können wir unsere Kraft nach außen transformieren. Aufgrund der Wahrhaftigkeit und Authentizität der Transformation nach außen kann dieser Impuls vom Umfeld verstanden und aufgegriffen werden. Wir sind in Resonanz mit der Außenwelt und die Außenwelt mit uns. So können wir vertrauen, dass unser innerer Impuls im Außen den richtigen Weg findet, denn wir sind mit jedem Schritt in Resonanz mit unserem Umfeld. So spüren wir uns auch im Umkehrschluss in unserer inneren Wahrhaftigkeit über den Spiegel unserer Außenwelt. Genau in dieser Achtsamkeit und ungefilterten Wahrhaftigkeit im Hier und Jetzt kann nichts anderes als Glück und Leichtigkeit entstehen.

Was ist der innere Impuls und woher kommt er? Hier nehme ich an, dass unser innerer Impuls aus unserem gemeinsamen Urquell oder anders ausgedrückt aus der Gesamtheit allen Seins resultiert. Jedes einzelne und einzigartige Teil hat in der Ganzheit seine individuelle Aufgabe, um am Ende, wie eine Violine im Orchester  in der  Gesamtheit ein Meisterwerk zu schaffen.

Einfachheit findet sich aber nicht nur in unserer inneren Haltung, sondern z.B. auch in der heiligen Geometrie der Natur wieder. So basieren  alle Formen auf dem Kreis, dem Weiblichen, und dem Strich, dem Männlichen. (Siehe die Heilige Geometrie von Andreas Beutel). In der Physik z.B. ist letztendlich die Energie der gemeinsame Nenner (Lynne McTaggart, Das Nullpunkt-Feld). Und so gibt es unendlich viele Bereiche, die sich auf ihre Einfachheit zurück führen lassen.

 

Hybride Systeme

Die zweite Information erhielt ich am Morgen des 14.November 2015: „Wir müssen uns mit Hybrid auseinandersetzen bzw. beschäftigen!“  Diese Aussage, dieses Wissen war so energisch und appellierend, dass ich gleich nach dem Aufwachen forschte, in welchem Kontext diese Aussage wohl stehen könnte und was damit überhaupt gemeint war. Hybrid war für mich bis dato nur im Zusammenhang mit Hybridautos ein Begriff.

Im Laufe des Vormittags hörte ich von den Attentaten in Paris in der vergangenen Nacht. Ich ‚wusste‘: Damit steht die Aussage in Verbindung, auch wenn sich mir der unmittelbare Zusammenhang noch nicht wirklich erschlossen hat. War es vielleicht  ein Notruf, ein Appell, dass wir dringend etwas verändern müssten? Was bedeutete eigentlich Hybrid? Ich schaute in Wikipedia nach und fand folgende für mich überraschende Informationen:

„Das Substantiv Hybrid und das Adjektiv hybrid beziehen sich auf etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Vermischtes. … … (Die) Verwendung des Wortes legt eine wertneutrale Bedeutung im Sinn von Kraft nahe … Die vorangestellte Bezeichnung Hybrid- betont ein aus unterschiedlichen Arten oder Prozessen zusammengesetztes Ganzes. Die Besonderheit liegt darin, dass die zusammengebrachten Elemente für sich schon Lösungen darstellen, durch das Zusammenbringen aber neue erwünschte Eigenschaften entstehen können.“. „Spannend“, dachte ich mir. Langsam fing die Aussage an, für mich Sinn zu machen. Als ich weiterlas, fühlte ich mich der Antwort noch näher. „In der Politikwissenschaft spricht man von hybriden Systemen – Mischsystemen. So ist beispielsweise die EU weder eine internationale Organisation wie zum Beispiel die UNO, noch eine Föderation wie die USA – Sie ist hinsichtlich der Souveränität Ihrer Mitgliedstaaten eine Mischung aus beidem.“ So langsam fing der Begriff Hybrid an, für mich Sinn zu machen.

Letztendlich geht es um nichts anderes als um autonome Kräfte, die in ihrer Kooperation oder / und Verwobenheit ein Ganzes (er-)schaffen. Anders ausgedrückt: Ein Ganzes besteht aus einer Vielzahl von Teilen. Die Qualität des Ganzen kann nur so gut sein, wie die Qualität und der Input der einzelnen Teile ist. Darin liegt für mich eine äußerst kraftvolle Aussage, denn sie besagt, dass jedes auch nur so kleine Teil für das Ganze von ungeheurer Wichtigkeit ist. Transformiert man diese Aussage zum Beispiel auf ein Land, lässt es gewahr werden, dass jeder einzelne Bürger für das gesamte Land von immenser Wichtigkeit ist. Er ist eben nicht ein unbedeutendes kleines Rad. Nehmen sich viele kleine Teile eines Ganzen in der Kraft zurück, sei es, weil sie sich z.B. als unwichtig oder nicht ausreichend fähig erachten, schwächt es die Gesamtheit. Die Gesamtheit, der wir unwiderruflich angehören.

Hybride Systeme kann man in einer Vielzahl von Betrachtungen wieder finden. Fangen wir mit den Naturwissenschaften an. Hier wurde unlängst erkannt, dass einzelne Naturwissenschaften übergreifend miteinander arbeiten sollten. Es ist heute weit erkenntnisträchtiger, das Wissen aus zwei oder mehr Bereichen zu kombinieren. So ergänzen z.B. Physik und Biologie oder Biologie und Chemie oder auch Medizin und Psychologie aneinander. Auch Physik und Philosophie finden sich oft in Kombination wieder. Erkenntnisse können so um ein Vielfaches gesteigert werden.

In der Politik ist unsere Europäische Union ein hybrides System. Wir bestehen aus autonomen Staaten, die in ihrer Kooperation gegenüber dem Außen ein Ganzes darstellen. Hier ist jedes einzelne Land wichtig und es muss in seine eigene Kraft kommen, damit auch die EU kraftvoll wirken kann. Vielleicht ist es dann auch mal gesund, sich abzugrenzen, seiner eigenen Werte bewusst zu werden, um dann wieder im Sinne des Ganzen kraftvoll miteinander wirken zu können.

In der Geldpolitik finden wir Hybride Systeme in den digitalen Währungen wie z.B. Bitcoin wieder. Die digitalen Währungen basieren auf einem sogenannten Blockchain. Das ist eine Verkettung mehrerer Server, die jeweils weiter agieren können, sollte ein anderer oder mehrere wegbrechen. Die Server können quasi autonom agieren, sind aber in ständiger Abstimmung untereinander. Entsprechend sind wir dann auch schon im Bereich der IT, auf dessen Basis das Ganze abgewickelt wird.

Schauen wir uns bestimmte Fischschwärme oder Zugvögel an. Sie haben keinen Führer. Sie schließen sich autonom zu einer Gesamtheit zusammen, um für sich die Kraft des Ganzen bei der Fortbewegung oder dem Schutz vor dem Außen zu Nutze zu machen. Sie kommunizieren alle miteinander zeitpunktgenau über elektromagnetische Felder. (Lynne McTaggart, Das Nullpunkt-Feld, Seite 94).

Betrachten wir das Universum und genauso ein Molekül. Wir werden auch hier Teile wieder finden, die in sich autonom sind und doch wieder ein Ganzes bilden.

Und, um wieder auf den 13.November 2015 zurückzukommen: Wenn wir auf die Attentate schauen, basieren auch diese auf hybriden Systemen. Wurden früher Kriege Land gegen Land mit jeweiligen Anführern geführt, handelt es sich heute um autonome Täter, die sich als Teil eines definierten Ganzen betrachten. Wird ein Teil bezwungen, sind die anderen Teile weiter tätig, da sie autonom handeln und sich das Ganze als Überschrift zu eigen machen. Wie können wir dem Herr werden? Etwa dadurch, dass wir eine hierarchisch strukturierte Regierung dafür verantworten? Letztendlich müssten wir doch so viel Polizei, Militär und Überwachung aufstellen, dass jeder potentielle Täter erkannt werden und seine Tat verhindert werden könnte. Wieviel Polizei, Militär und Überwachung wäre dafür erforderlich? Und: Wo bliebe dann noch unsere Demokratie und Freiheit, wie sie im Ursprung verstanden wurde? Ich denke hier ist der Appell, den ich am Morgen des 14.November 2015 mit dem Satz “Wir müssen mit Hybrid arbeiten.” zu verstehen. Wir können uns dem entgegenstellen, wenn wir uns unserer selbst als Teil des Hybriden Systems gewahr werden und uns entsprechend verhalten.

Es ist an uns, an jeden einzelnen von uns in unsere Kraft und in unser Bewusstsein für unsere Verantwortung als wichtiger Teil des Ganzen zu kommen, unserer selbst gewahr zu werden. Es geht darum, eine präventive innere Haltung zu finden.  Hierzu möchte ich z.B. auch auf meinen Artikel „Täter und Opfer“ unter “Gedanken” hinweisen.

In Bezug auf die Anschläge interpretiere ich heute den Satz „Wir müssen uns mit Hybrid auseinandersetzen bzw. beschäftigen.“  als ein Wachrütteln. Letztendlich geht es aus meiner Sicht um vielmehr, nämlich um eine neue Haltung uns selbst und unserer Gemeinschaft gegenüber. Hier liegt das Potential zu einer sich potenzierenden gesunden Kraft, die im Außen eine Lösung bewirken kann.

Sei Du selbst und komme in Deine ganz eigene Schönheit und Kraft.

Du tust es für Dich und damit für alle.

 

Wir sind ALL-EIN in der Gesamtheit und gleichzeitig mit allem ALL-EINS.